…. langsam werden wir doch noch Freunde !
Hier ein Danke an Jürgen Weginger der mich motiviert und inspiriert hat.
Weißenbach an der Enns – Spitzenbachklamm, 6. Juni 2026
Eine kleine Rundreise war das, sozusagen. Von Linz über Steyr ins Gesäuse, über St. Gallen, den Buchsattel, Admont — und in Arding pünktlich den Zug erwischt. Alleine reisen ist fein. Man geht im eigenen Tempo. Man bleibt stehen, so lange man will.
Heute war das öfter der Fall.
Die Klamm selbst ist feucht, eng, grün. Das Moos wächst hier über alles, was stillhält — über Steine, über Baumstümpfe, über Äste, die aus dem Boden ragen wie kleine grüne Wächter. Man fotografiert sie und fragt sich, was darunter steckt. Vielleicht ist es besser, das nicht zu wissen.
Ein Wanderer beobachtete mich eine Weile, wie ich das Stativ aufstellte. Dann fragte er: ob sich das wirklich lohne — neun Kilometer, 3,5 Stunden — wegen eines Blümchens. Ich hab kurz überlegt. Dann gelächelt. Das ist halt Fotografieren.
Die Teufelskralle wäre das Blümchen. Diese blau-violetten Schopfköpfe mit ihren zerzausten Blütensträhnen, die aussehen, als hätte jemand vergessen, sie zu kämmen. Neben dem Bach, ein bisschen windbewegte, vier auf einmal — man könnte schnell vorbeigehen. Wer stehen bleibt, sieht mehr.

Dann der Wasserfall. Das Wasser zwängt sich durch eine schmale Felsspalte, fällt in ein kleines Becken — und dort, wo es ankommt, dreht es sich kurz im Kreis, als würde es überlegen, wohin als nächstes. Für solche Bilder braucht man das Stativ. Lange Belichtung, das Wasser wird seidig. Wer fragt, ob es sich lohnt — der muss dieses Bild sehen.

Dann hat es gedonnert. Ich hab das Stativ zusammengepackt und bin rechtzeitig zum Bus gegangen. Hat alles gepasst.
Kamera: Fujifilm X-T4 · Objektive: 16–120 mm f/4, Stativ Rollei
Wetter: 17-23 °C, klarer Himmel, ab mittag bewölkt
Aufbruch: ca. 7.00 Uhr · Gehdauer: ca. 3,5 Stunden · Juni 2026






