Es gibt Tage, an denen der Winter seine freundlichste Seite zeigt. Blauer Himmel, kein Wind, und über allem dieser besondere Winterglanz, der entsteht, wenn Kälte und Sonne gleichzeitig da sind.
Der Schiederweiher im Salzkammergut war an diesem Februartag kaum wiederzuerkennen — und doch so er selbst wie selten. Der See liegt still unter seiner weißen Decke. Die kleine Holzhütte am Ufer, die man im Sommer kaum beachtet, steht plötzlich wie hingestellt: zwischen Wasser und Berg, zwischen Lärche und Schnee.
Was mich am meisten aufgehalten hat, waren nicht die großen Ansichten. Es waren die Details. Raureif auf den Ästen — diese kleinen, kristallinen Gebilde, die das Licht in tausend Richtungen werfen. Man muss nah rangehen. Wirklich nah. Und dann stehen bleiben, bis man versteht, was man sieht.
Der Weg entlang des Baches war fast menschenleer. Das Wasser fließt auch im Winter — dunkel, ruhig, zwischen vereisten Steinen hindurch. Darüber eine Holzbrücke. Dahinter die Bäume, das Licht, die Stille.
Manchmal frage ich mich, warum ich solche Orte immer wieder im Sommer besuche und nicht öfter im Winter. Vielleicht braucht es eben einen dieser klaren Februartage, um es zu verstehen.





