Es gibt Pflanzen, die man kauft. Und es gibt Pflanzen, die man bekommt – und die dadurch etwas anderes werden als nur Grün im Topf.
Diese Calla gehört zur zweiten Sorte. Geschenkt von einer lieben Freundin, vor – ich schätze – rund zehn Jahren. Seitdem zieht sie bei uns ein und aus, Jahr für Jahr, mit einer Verlässlichkeit, die ich mir manchmal von Menschen wünsche.

Im Herbst wird es still um sie. Die Blätter ziehen sich zurück, die Pflanze wird unscheinbar, fast unsichtbar – und wandert in den Keller. Dort verbringt sie den Winter, ohne Aufmerksamkeit, ohne Ansprüche. Man könnte fast vergessen, dass sie da ist.

Und dann, im Frühjahr, kommt sie wieder. Ohne Drama, ohne große Ankündigung. Erst ein paar Blätter, gefleckt wie kleine Landkarten, dann die ersten Triebe – und irgendwann steht sie wieder da, in voller Pracht, als hätte sie nie etwas anderes getan.
Kurz & bündig
Geschenk einer lieben Freundin – seit rund 10 Jahren bei uns
Winterruhe im Keller, völliger Rückzug
Jedes Frühjahr: Rückkehr in voller Pracht
- Gelbe Blüten, dunkelgrüne, weiß gefleckte Blätter

Vielleicht ist das, was mich an dieser Calla berührt, genau dieser Rhythmus. Dieses Verschwinden und Wiederkommen, ohne dass etwas verloren geht. Keine Anstrengung, kein Beweis nötig – sie ist einfach wieder da, wenn ihre Zeit gekommen ist.
Genau wie bei manchen Freundschaften. Man hört monatelang nichts, jeder lebt sein Leben – und wenn man sich wiedersieht, ist es, als wäre keine Zeit vergangen. Keine Erklärungen nötig, kein Nachholbedarf. Einfach: da.

Diese Calla ist für mich längst kein Zierpflanze mehr. Sie ist eine kleine, grüne Erinnerung an eine Freundschaft – und ein stiller Beweis dafür, dass manche Dinge einfach bleiben, auch wenn sie sich jedes Jahr aufs Neue zurückziehen.