Es gibt Ausflüge, die man nicht plant, sondern nur noch abwartet. Der mit der Freitagsrunde nach Passau war so einer, lange im Kalender notiert, mit einer Abfahrtszeit, an die sich alle hielten. 7.50 Uhr, auf die Minute.
Passau empfängt einen zuerst von oben. Von der Veste Oberhaus aus liegt die Altstadt wie hingelegt zwischen zwei Flüssen, die sich nicht gleich färben lassen wollen, das helle Grün des Inn, das trübe Braun der Donau, dazwischen die schmale Landzunge mit den Dächern, den zwei grünen Domtürmen, einem Ausflugsschiff am Ufer. Man steht da und muss den Blick erst sortieren, bevor man ihn versteht.
Unten dann die Gassen. Eng, schattig, mit Steinpflaster, das jemand mit Farbe bemalt hat, ein Band aus Rot, Orange, Türkis, Violett, das sich durch die Mitte der Straße zieht wie eine zweite, jüngere Spur über der alten. Darüber hängen ausgeschnittene Puzzleteile, bemalt mit Wiesen und Wolken, an Wäscheleinen zwischen den Fassaden. Ein Torbogen trägt den Schriftzug „Zur blauen Donau“, in Frakturschrift, als hätte die Stadt sich selbst einen Wegweiser gebastelt, der älter wirkt als er ist.
An einer Ecke stapelt sich ein Trödelladen bis unters Vordach, Nummerntafeln, ein Hirschgeweih, ein emailliertes Bierschild, das die Sonne schon lange nicht mehr ernst nimmt. Ein paar Schritte weiter Schaufensterpuppen in Trachtenjanker, Rot und Grau und dunkles Blau, ordentlich geknöpft, während drinnen Pelze in unordentlichen Reihen hängen. Vor einem Café steht ein Fahrrad, mit Schleierkraut umwunden, ein Schild am Gepäckträger: seit über 40 Jahren. Man geht daran vorbei und denkt kurz, dass manche Dinge in dieser Stadt einfach bleiben, während man selbst nur zu Besuch ist.
Am Brunnen sitzt eine Bronzefigur, die Beine angezogen, den Blick nach unten. Direkt davor, auf derselben Bank, ein Mann mit Telefon in der Hand, den Kopf genauso gesenkt. Zwei Haltungen, hundert Jahre und ein Werkstoff auseinander, die sich zufällig treffen.
Der Zeitplan war eng gesteckt, das ist bei der Freitagsrunde so, sieben Leute, eine Route, eine Uhrzeit für die Rückfahrt. Trotzdem blieb Zeit für Kaffee und Kuchen, für ein Mittagessen, später noch für ein Eis, kleine Pausen, in einen straffen Tag eingeschoben wie Luft zwischen enge Häuserzeilen. Um 16.45 Uhr ging es zurück, so pünktlich, wie der Tag begonnen hatte.

Kurz & bündig
- Datum: 26.6.2026
- Unterwegs mit: der Freitagsrunde
- Abfahrt: 7.50 Uhr, pünktlich
- Rückkehr: 16.45 Uhr
- Stationen: Altstadt Passau, Dom St. Stephan, Aussicht von der Veste Oberhaus, Dreiflüsseeck
- Pausen: Kaffee und Kuchen, Mittagessen, Eis







